Wohnen im Alter: Wenn das Haus zu gross wird

Pfeil nach unten Icon
Immobilien
|
25/1/2026

Das Familienhaus hat ausgedient, die Kinder sind längst ausgezogen. Doch, wie löst man sich von zu vielen Quadratmetern und gebundenem Kapital? Und, welche finanziellen Freiheiten entstehen durch den Wechsel in eine kompakte, barrierefreie Wohnung für den dritten Lebensabschnitt?

Wie verändert sich Lebensqualität im Rentenalter – und passt das heutige Zuhause noch dazu?

Die Lebensqualität im Rentenalter hängt von mehr ab als nur von der Altersvorsorge. Aktuelle Studien zeigen, dass rund 80 Prozent der 65- bis 80-Jährigen in der Schweiz mit ihrem Leben zufrieden sind, wobei insbesondere Aktivitäten, soziale Kontakte und Gesundheit eine zentrale Rolle spielen. Beliebte tägliche Beschäftigungen umfassen Lesen, Fernsehen, aber auch Denksport sowie Spaziergänge und Wandern Die sozialen Beziehungen bleiben dabei ein wesentlicher Pfeiler des Wohlbefindens: Nur eine Minderheit der Befragten wünscht sich mehr soziale Kontakte, während drei von vier Personen mit ihrem sozialen Netzwerk zufrieden sind.

Doch so positiv diese Bilanz auf den ersten Blick erscheint, so zeigen sich beim genaueren Hinsehen auch Herausforderungen – insbesondere wenn es um die Wohnsituation geht. Die Wohnsituation hat grossen Einfluss auf die Lebensqualität, das Wohlergehen und die Zufriedenheit – im Alter noch mehr als in jüngeren Jahren, wie Pro Senecute betont. Das Problem: Viele ältere Menschen in der Schweiz leben in Häusern mit Umschwung, die ihren Bedürfnissen nicht mehr entsprechen. Viele bewohnen Häuser, die zu einer Zeit gebaut wurden, als bauliche Standards nicht barrierefrei waren. Die Folgen sind konkret und teils gravierend: Abnehmende Trittsicherheit und schwindende Kraft machen Treppen und Türschwellen zu ernsthaften Hindernissen, was das Sturzrisiko erhöht und die Selbständigkeit einschränkt.

Wieviel finanzielle Freiheit bindet das Eigenheim – und welche Alternativen schaffen Liquidität?

Nach der Pensionierung gilt für die Tragbarkeit der Hypothek weiterhin: Laufende Wohneigentumskosten sollen maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen. Nach Renteneintritt summieren sich AHV- und Pensionskassengelder meist nur noch auf etwa 60–70 Prozent des früheren Erwerbseinkommens. Dies kann die Tragbarkeit zur Herausforderung machen.

Eine Teilamortisation kann dabei entlasten: Sie reduziert die Zinslast und stärkt die Tragbarkeit, sollte aber nur erfolgen, wenn danach genügend Mittel frei bleiben. Experten empfehlen schon 10–15 Jahre vor der Pensionierung mit der Bank zu klären, ob sich die Tragbarkeit für die dann verfügbaren Einkünfte noch stemmen lässt.

Manche Senioren finden Erleichterung durch Verkauf und Umzug. Die Renteneinkünfte reichen teils nicht mehr aus, um Unterhalt, Steuern und Zinsen eines Hauses zu decken. Ein Verkauf setzt das im Haus gebundene Kapital frei und erlaubt den Umzug in eine kleinere, altersgerechte Wohnung. So sinken Unterhalts- und Wohnkosten deutlich, und der Erlös reicht oft für ein modernes, günstigeres Zuhause – was finanzielle Entlastung und mehr Freiraum schafft.

Von der altersgerechten Wohnung bis zur Clusterlösung – welche Wohnform passt zum dritten Lebensabschnitt?

Die Wohnsituation beeinflusst Lebensqualität und Selbstbestimmung – im Alter mehr denn je. Deshalb sind vorausschauende Überlegungen und Entscheidungen gefragt, um möglichst lange selbständig und selbstbestimmt leben zu können. Eine mögliche Lösung sind altersgerechte Wohnungen: kompakte Appartements, die nach Standards der Hindernisfreiheit gebaut und zentral im Ort liegen (Prinzip «10-Minuten-Stadt»). Viele davon bieten einen Rundum-Service: Eine Ansprechpartnerin vor Ort und ein 24-Stunden-Notfalldienst sind oft im Pauschalpreis inbegriffen. Auch Einkaufs- und Reinigungsdienste können dazu bestellt werden. Dieses betreute Wohnen gibt Sicherheit, ohne den eigenen Haushalt aufzugeben.

Für mehr Gemeinschaft eignen sich Wohnmodelle, in denen Senioren zusammenleben. In Alters-Wohngemeinschaften oder Hausgemeinschaften teilen mehrere Personen ein grosses Haus und unterstützen sich gegenseitig. Ein modernes Modell sind Clusterwohnungen: Kleine private Einheiten mit eigenem Bad und Küche sind in eine Grosswohnung integriert, die gemeinsame Wohn- und Essbereiche bietet. Zudem entstehen vermehrt Generationenprojekte: In Wohnbaugenossenschaften vereint man oft Jung und Alt unter einem Dach, mit architektonisch geförderter Begegnung und Barrierefreiheit. Wichtig ist: Jede Wohnform hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend sind die persönlichen Bedürfnisse – wer gut vorsorgt und sich umsorgt fühlt, erhält so seine Lebensqualität und Unabhängigkeit bis ins hohe Alter.

Wie kann der Generationenwechsel helfen, Wohnen im Alter smarter und tragbar zu machen?

Im Leben verändern sich die Wohnbedürfnisse. Junge Paare träumen oft vom eigenen Einfamilienhaus mit Garten, das Raum für Familienleben und Wachstum bietet. Diese Präferenz spiegelt sich auch in der Wohnzufriedenheit wider: Für viele unter 35-Jährige bleibt Wohneigentum – insbesondere das Einfamilienhaus – ein erstrebenswertes Ziel, auch wenn die hohen Wohnkosten spürbare Kompromisse erzwingen.

Für Senioren hingegen stehen andere Kriterien im Vordergrund: kompaktere, barrierefreie Räume, geringerer Unterhalt und die Nähe zu Infrastruktur, sozialen Kontakten und Gesundheitsangeboten. Manche Senioren entscheiden sich deshalb ihr Haus zu verkaufen und in eine altersgerechte, kleine Eigentumswohnung umzuziehen. Dieser Schritt fällt emotional schwer, bietet aber finanzielle Entlastung: Die LUKB hält den Verkauf «aus finanzieller Sicht meist für die beste Lösung», weil so gebundene Eigenmittel wieder frei werden und den Lebensstandard im Ruhestand sichern. Auch der Umzug in eine moderne Mietwohnung bringt Vorteile, in den letzten Jahren sind Miet-Wohnformen entstanden, die auf ältere Menschen ausgerichtet sind: Ohne Renovations- und Unterhaltsaufwand geniesst man grössere Flexibilität und geringere laufende Kosten. Ein kompakteres, altersgerechtes Zuhause wirft so überflüssigen Ballast ab und schafft meist mehr finanzielle Freiräume im Ruhestand. Die freigewordenen Mittel erhöhen die Liquidität, was oft mehr Sicherheit bei unerwarteten Ausgaben schafft und Raum für neue Hobbys im Ruhestand eröffnet.

Sie haben eine Frage?

Kontaktieren Sie unsTelefon Icon
+41 31 351 30 31