Gebäudehüllen – gut gedämmt, ist halb geheizt

Pfeil nach unten Icon
Immobilien
|
26/11/2023

Über zwei Drittel der hiesigen Wohnbauten stammen aus der Zeit vor 1980. Viele dieser älteren Gebäude weisen unzureichende Dämmungen auf und genügen den aktuellen energetischen Standards nicht mehr. Eine nachhaltige Dämmung senkt den Heizbedarf enorm und schützt im Sommer vor der Hitze. Je nach Dämmung wird auch der Umgebungslärm geschluckt und steigert so den Wohnkomfort. Dämmen ist also eine Investition in eine nachhaltigere Zukunft und trägt zum Werterhalt der Liegenschaft bei.

Was gehört zur Gebäudehülle, wann sollte sie saniert werden?

Die Gebäudehülle schliesst sämtliche Bauteile des Gebäudes nach aussen ein, darunter fallen unter anderem Fassade, Dachfläche, Kellerboden und Fenster. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Wärmedämmung und den Umgang mit der Wärme innerhalb des Gebäudes gelegt. Fachleute empfehlen eine energetische Sanierung in Betracht zu ziehen, wenn bereits Modernisierungsmassnahmen am Haus geplant sind. Insbesondere sollte der Austausch der Heizung in einem schlecht gedämmten Gebäude idealerweise mit einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle abgestimmt werden.

Was Dämmung bewirkt und welche Materialen es gibt

Die Dämmung zielt darauf ab, den Wärme- oder Kälteaustausch zwischen einem Gebäude und seiner Umgebung zu reduzieren. Das Hauptziel der Dämmung ist, die Energieeffizienz und den Wohnkomfort zu verbessern, indem Wärmeverluste im Winter minimiert und im Sommer die Hitze reduziert wird. Eine effektive Dämmung trägt dazu bei, den Energieverbrauch für Heizung und Kühlung zu senken und somit die Kosten zu reduzieren. Bei den Dämmmaterialien gibt es verschiedene Arten, darunter:

Mineralwolle: Dazu gehören Glaswolle und Steinwolle

Geschäumte Kunststoffe: PUR/PIR (Polyurethanschaum) und EPS (Expandiertes Polystyrol)

Schaumglas: Ein anorganisches Dämmmaterial

Naturdämmstoffe: Hierzu gehören Materialien wie Hanf, Schafwolle, Zellulose und Holzfaser.

Die Auswahl des geeigneten Dämmmaterials hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die spezifischen Anforderungen des Gebäudes, ökologische Aspekte, Budget und regionale Klimabedingungen. Aber auch Dämmleistung, Brandverhalten und Schallwirkung.

Mögliche Einsparungen und Wirtschaftlichkeit

Die Dämmung der Gebäudehülle bietet ausgezeichnete Chancen zur CO2-Minderung und Energieeinsparung. Besonders effektiv sind Dachsanierungen, da etwa 20% der Energieverluste durch ungedämmte Dächer entstehen. Die Dämmung des Dachs bei Erneuerungen lohnt sich auch, weil dadurch oft zusätzlicher Wohnraum gewonnen werden kann. Ältere Fenster weisen einen Wärmeverlust von etwa 8% auf, weshalb sich ein Ersatz schnell auszahlt. Eine unzureichend gedämmte Fassade kann zu Verlusten von bis zu 30% führen, wobei Fassadenrenovierungen häufig aufwändig als auch kostenintensiv sind. Auch im Keller kann die Dämmung mit 8% Sparpotenzial ein Thema sein, insbesondere wenn dieser als Wohnraum genutzt wird. Falls nicht, ist eine Dämmung der Kellerdecke meist ausreichend.

Gesetzeslage, Klimastrategie und Förderprogramme

Nur wenn ein entsprechendes Bauteil angegangen wird, kann der Gesetzgeber zum Dämmen verpflichten. Dabei werden die Grundlagen für energetische Sanierungen durch die Klimastrategie des Bundes und die Energiestrategie 2050 festgelegt. Diese Strategien haben das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren und die umweltbezogene Belastung durch Energie zu verringern. Die Umsetzung dieser Ziele liegt in der Verantwortung der Kantone, die durch die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) den Weg für eine Harmonisierung der kantonalen Vorschriften geebnet haben.


Nachhaltige energetische Lösungen werden in der Schweiz finanziell von Bund, Kantonen und Gemeinden unterstützt. Durch das Gebäudeprogramm leisten Bund und Kantone einen Beitrag zur Finanzierung von Massnahmen, die den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen mindern. Auf der Plattform energiefranken.ch sind alle verfügbaren Förderprogramme für Private, Unternehmen und die öffentliche Verwaltung aufgeführt. Zusätzlich bieten Banken oft bevorzugte Kredite für umweltfreundliche Sanierungen an.

__

energiefranken.ch – Hier gelangen Sie an Fördergelder.
geak.ch – Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), Entscheidungshilfe für Gebäudesanierung und Gebäudetechnik.
dasgebaeudeprogramm.ch – Unterstützt Sie bei der Reduktion des Energieverbrauchs oder des CO2-Ausstosses von Liegenschaften.
minergie.ch – Der Schweizer Baustandard für neue und modernisierte Gebäude.

Sie haben eine Frage?

Kontaktieren Sie unsTelefon Icon
+41 31 351 30 31